Großes Polizeiaufgebot bei Parade in Jerusalem

Mit einem Großangebot an Polizeibeamten hat die israelische Polizei am Donnerstag die Lesben- und Schwulenparade in Jerusalem geschützt. Insgesamt marschierten rund 2.000 Teilnehmer, die von ebensovielen Polizisten geschützt werden mussten.

Die Parade begann mit einer Schweigeminute für jene beiden Jugendlichen, die bei einem Anschlag vor einem Jahr in einem Lesben- und Schwulenzentrum in Tel Aviv getötet wurden. Der Täter wurde noch immer nicht gefasst.

Die Parade in Jerusalem ist besonders umstritten: Nach Angaben der Polizei wurden drei Gegendemonstrationen genehmigt. Eine davon wurde vom rechtsextremen Aktivisten Baruch Marsel angeführt. Er bezeichnete Homosexualität in einem Interview als „freiwillige Krankheit“, die die gesamte westliche Welt ruinieren würde: „Menschen werden damit nicht geboren“, ist er sich sicher.

Der stellvertretende Bürgermeister von Jerusalem, Yitzak Pindrus von der ultra-othodoxen Partei „Vereinigtes Tora-Judentum“ hatte ebenfalls um eine Gegendemonstration angesucht. Er wollte mit Eseln gegen die „tierische Parade“ protestieren.