Deutsche Bundesregierung kritisiert Indonesien

Scharfe Kritik kommt von der deutschen Bundesregierung an die indonesischen Behörden, weil diese eine Konferenz des internationalen Lesben- und Schwulenverbandes ILGA, die Ende März in Surabaya stattfinden sollte, untersagt haben. Das berichtet das Online-Portal „queer.de“.

Grund für die Absage war die Drohung radikaler religiöser Gruppen, den Teilnehmern gegenüber gewalttätig zu werden. Die deutschen Grünen stellten deshalb eine parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung, die diese jetzt beantwortete.

Darin heißt es, dass die Polizei nach Ansicht Deutschlands nicht „gewillt“ war, die Lesben- und Schwulenaktivisten zu schützen: „Die Bundesregierung sieht in den Vorfällen den Versuch einzelner, sehr konservativer bis radikaler religiöser Gruppen in Indonesien, die Rechte von Homosexuellen einzuschränken“, heißt es in der Antwort. Nach Recherchen der Bundesregierung waren für die Proteste unter anderem der konservative „Rat muslimischer Religionsgelehrter“ und die „Front der Verteidiger des Islams“ verantwortlich, die „zu intolerantem religiösem Extremismus und zu Gewaltanwendung“ tendiere.

Indonesien ist das größte muslimische Land der Erde. Homosexualität ist dort nicht verboten, allerdings werden andere Gesetze gegen Lesben und Schwule eingesetzt, zum Beispiel das Anti-Pornografie- oder das Blasphemie-Gesetz.