Freitag, 12. Juli 2024
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Argentinische Lesben und Schwule nutzen Ehe-Öffnung

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In Argentinien können Lesben und Schwule seit letzter Woche heiraten – von diesem Recht machen sie zahlreich Gebrauch.

Die erste schwule Hochzeit des südamerikanischen Landes wurde sogar am Freitag live im Fernsehen übertragen: Der 54-jährige Architekt Jose Navarro und sein 65-jähriger Partner Miguel Angel Calefato heirateten in Frias in der Provinz Santiago del Estero. „Für uns ist das fast nur eine Formalität: Wir sind seit 27 Jahren zusammen“, sagte Navarro vor Journalisten. Dass das Parlament Argentiniens die Ehe geöffnet hat, bezeichnet er aber insgesamt als „großen Fortschritt“.

Argentinische Medien berichten, dass es ein regelrechtes Wettrennen darum gab, welches gleichgeschlechtliche Paar als erstes heiraten darf. Navarro zeigte sich davon „überrascht“: Ihr Hochzeitstermin sei „von Anfang an so geplant gewesen“.

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Das erste gleichgeschlechtliche Paar, dass in der Hauptstadt Buenos Aires geheiratet hat, waren nur wenige Minuten später der 61-jährige Künstleragent Alejandro Vanelli und sein ein Jahr jüngerer Partner, der Schauspieler Ernesto Rodríguez Larrese. Sie gaben sich in genau jenem Standesamt das Ja-Wort, das ihnen vor drei Jahren die Eheschließung noch verweigert hatte.

Einen Tag später, am Samstag, heiratete auch das erste lesbische Paar Argentiniens: Die 39-jährige Claudia Báez und ihre ein Jahr ältere Partnerin Cristina Medina gaben sich in der südargentinischen Stadt Río Gallegos das Ja-Wort. Nach der Zeremonie dankte Medina in einer kurzen Rede den Abgeordneten, die die Ehe-Öffnung beschlossen hatten.

In Argentinien hatte das Parlament Mitte Juli als erstes Land Lateinamerikas die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet – mit den selben Rechten wie heterosexuellen Paaren, etwa bei Sozialversicherung, Adoption von Kindern und Elternkarenz. Der Abstimmung waren daher heftige Proteste vor allem seitens der Kirche vorausgegangen. Allerdings war ein Großteil der Bevölkerung für die Ehe-Öffnung. Weltweit ist Argentinien damit das zehnte Land, dass die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet.