Gefängnis für Lesben und Schwule für 10% der Niederländer okay?

Die Niederlande gelten traditionell als lesben- und schwulenfreundliches Land. Doch dieses Bild bekommt Risse: Homophobe Übergriffe häufen sich, und einer aktuellen Umfrage zufolge glauben 10 Prozent der Befragten, Homosexuelle gehören ins Gefängnis.

Durchgeführt wurde die Online-Umfrage vom Humanistischen Institut für Entwicklungskooperation (Hivos). Mit ihrem „Homophobie-Meter“, einer kleinen Online-Umfrage auf ihrer Website, wollten sie Aufmerksamkeit auf die Situation von Lesben, Schwulen und Transgendern in der ganzen Welt lenken. Dabei gibt es Multiple-Choice-Fragen zu Themen wie der Ehe-Öffnung, ob Homosexualität in allen sozialen Schichten vorkommt oder ob Homosexuelle bestraft werden müssten. Aus den ausgewählten Antworten wird dann ein Prozentsatz errechnet.

Auch, wenn die Umfrage nicht repräsentativ ist, sind einzelne Ergebnisse erschreckend: So glauben zehn Prozent der Teilnehmer, dass Lesben und Schwule inhaftiert werden sollten. Das passt zu den Vorfällen, die sich in letzter Zeit häufen: Erst vor kurzem wurde ein Mann in einer der beliebtesten schwulen Party-Straßen Amsterdams von einer Gruppe junger Männer angegriffen und verletzt, schwule Touristen berichten von Beschimpfungen auf offener Straße.

Doch es gibt bei der Umfrage auch einen Hoffnungsschimmer: Für 70 Prozent der Befragten ist das Unterstützen von Lesben- und Schwulenrechten wichtig.