Neunzehn junge Sudaner ausgepeitscht?

Im Sudan sind 19 junge Moslems öffentlich ausgepeitscht worden, weil sie auf einer Party Frauenkleider getragen und sich auch in „weiblicher Art“ getanzt haben sollen und so gegen die Moralgesetze des Landes verstoßen haben.

Von einem Richter wurde jeder der Männer zu 30 öffentlichen Peitschenhieben bestraft, außerdem müssen sie je 1000 sudanesische Pfund, etwa 315 Euro, zahlen. Verurteilt wurden die 19 Männer wegen einem „Verstoß gegen die öffentliche Ordnung“, wie die „Sudan Tribute“ berichtet. Das Verfahren war einem anonymen Zeugen zufolge nicht fair, da kein Anwalt die Männer verteidigen wollte und das Verfahren schon vorher in der sudanesischen Öffentlichkeit hohe Wellen schlug.

Verhaftet wurden die Männer laut Medienberichten im letzten Monat bei einer Hochzeitszeremonie zweier Männer in einem Vorort von Khartum. Die Polizei hatte de Feier gestürmt und die Männer festgenommen.

Homosexualität ist im Sudan verboten. Die Konsequenzen sind aber unklar: Im islamisch geprägten Nordsudan werden Männer die ersten beiden Male ausgepeitscht, dann drohen ihnen lebenslange Haft oder die Todesstrafe. Im christlich geprägten teilautonomen Südsudan möchte Präsident Salva Kiir Mayardit Homosexualität ebenfalls unter Strafe stellen. Homosexuelle Handlungen würden „von jedem verdammt“, so Kiir. Es gibt unterschiedliche Quellen, ob auch lesbische Frauen von den Gesetzen betroffen sind.