Todesstrafe für 18-jährigen Iraner

Im Iran soll ein 18-jähriger Bursche wegen einer gleichgeschlechtlichen Vergewaltigung zum Tode verurteilt worden sein, obwohl das Opfer vor Gericht zugab, von seinen Eltern zu einer Falschaussage gezwungen worden zu sein.

Der Anklage zufolge sollen Ebrahim Hamidi und drei andere Jugendliche dem mutmaßlichen Opfer die Hose heruntergezogen haben, um ihn zu vergewaltigen, wozu es aber nicht gekommen ist. Unter Folter gab Hamidi die Tat auch zu: Bei einer Vernehmung hingen ihn Polizisten an den Beinen auf, bei einer anderen ging ein Glastisch zu Bruch.

In einem ersten Prozess wurden alle vier Jugendliche zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde aber vom Obersten Gericht des Iran aufgehoben, bei einer zweiten Verhandlung kam das Provinzgericht aber zum gleichen Schluss. Auch dieses Urteil wurde wieder aufgehoben, das Opfer gab zu, den Übergriff erfunden zu haben. Trotzdem wurde Hamidi in einem dritten Prozess als einziger Angeklagter wieder zum Tode verurteilt – obwohl zwei der fünf Richter glaubten, dass er unschuldig sei.

Seit Ende Juli ist auch der Anwalt des Burschen verschwunden: Mohammad Mostafaei setzt in seinen Prozessen auch auf die Öffentlichkeit, bloggt über seine Fälle und arbeitet mit internationalen Organisationen zusammen. Bekannte des Anwalts sind sehr besorgt, da es kein Lebenszeichen mehr von ihm gebe.

Nun rufen das Portal „Gay Milde East“ und die Menschenrechtsorganisation „Outrage“ Menschen in der ganzen Welt dazu auf, bei ihren Politikern, Botschaften und Außenministern Protest gegen das Urteil einzulegen. Nur der iranische Justizminister Sadegh Laridschani,könne die Hinrichtung noch stoppen, erklärt der britische Aktivist Peter Tatchell. Deshalb sei eine Einflussnahme westlicher Politiker wichtig.