Homo-Paare dürfen in Kalifornien wieder heiraten

Ab nächster Woche dürfen sich schwule und lesbische Paare in Kalifornien wieder das Ja-Wort geben. Das hat Bundesrichter Vaughn Walker vor wenigen Stunden in San Francisco beschlossen.

Das Urteil ist ein Nachtrag des Beschlusses von Walker, der das Verbot von Homo-Ehen in der kalifonischen Verfassung als unvereinbar mit dem Gleichheitsgrundsatz in der US-Verfassung aufgehoben hat. Dagegen, dass schwule und lesbische Paare mit der Aufhebung des Urteils heiraten dürfen, haben Gegner der Ehe-Öffnung berufen – und sind nun abgeblitzt. Damit noch ein zweites Gericht eine entsprechende Berufung behandeln kann, dürfen sich gleichgeschlechtliche Paare erst ab Mittwoch, den 18. August, 17.00 Uhr Ortszeit, wieder das Ja-Wort geben.

In den großen Städten Kaliforniens, wie Los Angeles oder San Francisco, haben sich bereits Schlangen mit gleichgeschlechtlichen Paaren vor den Standesämtern gebildet, um die entsprechenden Formulare zu holen. Ihre Heiratsbescheinigung dürfen sie aber erst ab Mittwoch Abend abholen. Die Gegner der Homo-Ehe fordern, auf die letztinstanzliche Entscheidung zu warten – vor dem von konservativen Richtern dominierten Höchstgericht der Vereinigten Staaten.

Damit ist die Ehe für alle Paare, die ab Mittwoch heiraten, mit einem Risiko verbunden: Entscheiden die Richter in Washington gegen die Homo-Ehe, sind alle Ehen, die in dieser Zeit geschlossen wurden, ungültig. Entscheiden die Richter aber für die Homo-Ehe, hat das weitreichende Folgen für die gesamten USA: Denn dann würden verfassungsmäßigen Verbote der Homo-Ehe, die es in fast 40 der 50 Bundesstaaten gibt, auf dem Prüfstand stehen.