15 Monate für Slowenen, der Ordensmann erpresste

Weil er einen Ordensangehörigen wegen ihrer sexuellen Beziehung erpresste, wurde ein junger Slowene am Grazer Straflandesgericht zu 15 Monaten Haft verurteilt, fünf davon unbedingt. Weil er schon mehrere Monate in Untersuchungshaft war, wurde der Angeklagte nach der Urteilsverkündung auf Bewährung enthaftet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Kennengelernt haben sich der Ordensmann und der heute 24-Jährige im Jahr 2005. Der Slowene erzählte dem Geistlichen, seine Frau liege im Krankenhaus und brauche Geld für die Behandlung. Im Laufe der Zeit kam hatten die beiden Männer dann Sex.

Doch dann soll der Slowene den Ordensbruder mit dem Verhältnis erpresst haben: Der 24-Jährige drohte, die Beziehung auffliegen zu lassen, und Nacktfotos ins Internet zu stellen. Er forderte immer mehr Geld – sonst würde er das Verhältnis öffentlich machen, drohte der junge Mann. Im Mai dieses Jahres, nach Zahlung von mehreren tausend Euro, erstattete der Erpresste schließlich Anzeige.

Das Gericht erkannte nach der Befragung des Opfers und den Schlussplädoyers den Angeklagten für schuldig. Richter Erik Nauta führte jedoch auch das „ambivalente Verhältnis“ der beiden an: „Die homosexuelle Beziehung stand nicht nur unter dem Eindruck der Drohung. Es gab auch gegenseitiges Einvernehmen, zum Beispiel bei gemeinsamen Besuchen in Hotels oder Saunas.“ Für das Gericht steht es aber fest, dass der Slowene die Angst seines Opfers, seine Position im Orden zu verlieren, ausnutzte, um sich seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.