Weiter mehr Geschlechtskrankheiten bei Schwulen

Schwule Männer liegen in Großbritannien noch immer ganz weit vorne, wenn es um Infektionen mit Geschlechtskrankheiten geht. Das geht aus einer Studie der britischen Health Protection Agency (HPA) hervor.

Besonders bedenklich: Der Statistik zufolge sind sexuell übertragbare Krankheiten in Großbritannien sowieso auf dem Vormarsch – fast eine halbe Million Briten infizieren sich jedes Jahr damit. Und auch diese Zahlen werden unter Schwulen noch getoppt: „Schwule Männer sind für zwei Drittel der Syphilis-Infektionen und über ein Drittel der Gonorrhöe-Diagnosen des letzten Jahres verantwortlich, obwohl sie nur sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen“, ist Sir Nick Patridge, Leiter des „Terrence Higgins Trust“, dem britischen Äquivalent zu unseren Aidshilfen, besorgt.

Wie aus den Zahlen der HPA hervorgeht, sind die Chlamydien-Infektionen unter Männern, die Sex mit Männern haben, in den letzten zehn Jahren um 341 Prozent gestiegen.

„Wir wissen über die Risiken der HIV-Übertragung, und diese Zahlen zeigen uns, dass es genauso wichtig ist, auf andere sexuell übertragbare Krankheiten zu achten. So eine Krankheit, wie Chlamydien oder Gonorrhöe, macht es leichter, eine ernstere Infektion wie HIV aufzuschnappen oder an andere weiterzugeben“, so Sir Nick gegenüber dem britischen Portal „PinkNews“. Er empfiehlt allen sexuell aktiven schwulen Männern, sich mindestens einmal pro Jahr auf sämtliche Geschlechtskrankheiten testen zu lassen.