HIV-Impfstoff wird in den USA getestet

Der Kampf gegen Aids geht in die nächste Runde: Heute hat die in der Schweiz ansässige Firma Mymetics angekündigt, einen Impfstoff gegen Typ 1 des HI-Virus in den USA an Menschen testen zu wollen.

Geleitet wird die Studie von Professor Christopher J. Miller vom California National Primate Research Center. In Phase 1 der klinischen Studie wird der Impfstoff an Freiwilligen in den USA getestet. Erste Tests an Freiwilligen in Belgien, die im Vorjahr stattfanden, zeigten, dass der Impfstoff gut vertragen wird.

Im Tierversuch an der chinesischen Affenspezies Macaqua Mulata war der von Mymetics entwickelte Impfstoff offenbar sehr wirksam: Die geimpfte Gruppe infizierte sich laut Mitteilungen der Firma entweder gar nicht mit dem HIV-1-Virus oder blieb auf einem nicht nachweisbarem Level, während die nicht geimpfte Kontrollgruppe komplett infiziert wurde.

Bei der Entwicklung des Impfstoffes bediente sich Mymetics der Tatsache, dass gewisse Menschen – zum Beispiel Prostituierte in Kenia und Kambodscha – von Natur aus offenbar gegen eine HIV-Infektion resistent sind. Die Antikörper, die bei diesen Menschen auftreten, hat die Pharmafirma nachgebaut. Einziger Wermutstropfen: Die Antikörper finden sich nicht im Blut, sondern im Scheidensekret. Damit wird eine Ansteckung beim Geschlechtsverkehr verhindert.

Bei Männern, die von Haus aus gegen HIV resistent sind, haben Wissenschafter die Antikörper übrigens „in ihren rektalen Ausscheidungen“ nachgewiesen, wie es in einer Pressemitteilung von Mymetics heißt. Ob die Impfung auch für (schwule) Männer geeignet ist, lässt die Pharmafirma allerdings offen.