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Amnesty warnt vor Gewalt bei Parade in Belgrad

Wenn am 10. Oktober in der serbischen Hauptstadt Belgrad die erste Lesben- und Schwulenparade seit Jahren stattfindet, stehen die Chancen hoch, dass Teilnehmer verletzt werden. Davor warnt jetzt auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Unterstützung bekommen die Organisatoren vom serbischen Präsidenten Boris Tadić.

Die letzte Demonstration von Lesben und Schwulen gab es in Belgrad im Jahr 2001. Alle Paraden danach mussten abgesagt oder abgebrochen werden, weil sie von religiösen und nationalistischen Extremisten angegriffen wurden.

Und auch dieses Jahr ist nicht damit zu rechnen, dass die Parade friedlich durchgeführt werden kann: „Amnesty hat bereits erfahren, dass es verschiedene Versuche gegeben hat, Lesben- und Schwulenaktivisten einzuschüchtern“, so der für internationale Kampagnen zuständige Amnesty-Direktor Tim Hancock gegenüber der britischen Seite PinkNews. „Die Drohungen haben das Ziel, Feindseligkeiten zu vermehren und zu Gewalt anzustacheln, alles mit einem einfachen Ziel: Die lesbischwule Community in Serbien zu zerstören. Das muss getoppt werden. Die serbischen Behörden müssen ein klares Zeichen setzen!“, so Hancock weiter.

Amnesty fordert die Polizei auf, den Drohungen nachzugehen und Sicherheitsrisiken zu beseitigen. Die Behörden müssen dafür sorgen, dass die Rechte der lesbischwulen Community auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit gewahrt werden, so die Menschenrechtsorganisation weiter.

Unterstützung bekommt Amnesty dabei vom serbischen Präsident Boris Tadić. Er hat vor einer „Atmosphäre des Chaos“ bei der Parade gewarnt: „Der Staat will alles tun, um Menschen zu beschützen, unabhängig von ihrer nationalen, religiösen, sexuellen oder politischen Orientierung, und keine Gruppe darf die Drohungen und Gewalt greifen, oder die Gerechtigkeit in ihre eigene Hand nehmen und die Leben jener gefährden, die anders denken oder sind“, so Tadić weiter.

Im letzten Jahr musste die Parade in Belgrad trotz Unterstützung der Regierung abgesagt werden, weil die Polizei im letzten Moment die Sicherheit der Teilnehmer nicht garantieren konnte. Die Organisatoren kritisierten, dass die Polizei bereits im Vorfeld nicht kooperativ war.

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