Britische Armee findet geoutete Homo-Soldaten „produktiver“

Wenn es darum geht, das Berufsverbot für schwule und lesbische Soldaten zu verteidigen, werden US-Militärs wohl keine Unterstützung von ihren britischen Verbündeten bekommen. Denn dort dürfen offen lebende Lesben und Schwule dienen – zur vollsten Zufriedenheit der Generäle.

Während US-Generäle befürchten, offen homosexuelle Soldaten würden die Moral der Truppe schwächen, widerspricht dem Colonel Mark Abraham, Diversity-Beauftragter der britischen Armee, in der britischen Zeitschrift „People Management“.

„Wir waren an einem Punkt, an dem die Richtlinien nicht mehr mit dem Militärdienst vereinbar waren und es fehlten einfach die Logik und Gründe, das aufrecht zu erhalten“, erinnert sich Abraham: „Wir wussten, dass viele Schwule und Lesben erfolgreich dienten, und es war klar, dass die sexuelle Orientierung kein Anzeichen dafür ist, wie gut jemand als Soldat oder Offizier sein kann.“

Im Gegenteil: Die Aufhebung des Verbotes für Lesben und Schwule, in der britischen Armee zu dienen, hat diese sogar produktiver gemacht: „Viele Lesben und Schwule, die vor dem Ende des Verbots in der Army dienten, haben erzählt, dass sie einen Prozentsatz ihrer Anstrengungen dafür verwendet haben, aufzupassen, dass sie nicht erwischt werden. Dieser Prozentsatz kann nun für Arbeit eingesetzt werden, also sind sie effektiver als vorher.“

Und der Einsatz von Lesben und Schwulen in der britischen Armee ist mehr als nur ein Lippenbekenntnis: Letztes Jahr feierte „Soldier“, die Zeitschrift der britischen Armee, das zehnjährige Ende des Homosexuellen-Banns mit dem ersten schwulen Soldaten auf dem Cover: James Wharton war in seiner Paradeuniform abgebildet, mit der Medaillie, die er sich in seinem Einsatz im Irak erworben hatte, und dem Wort „Pride“.