Darf schwuler Palästinenser legal in Israel bleiben?

In Israel hat ein schwuler Palästinenser um die israelische Aufenthaltsgenehmigung angesucht. Wenn er wieder in seine alte Heimat zurückkehren muss, droht ihm dort der Tod. Das zuständige Innenministerium antwortet aber nicht.

Bereits im Alter von 14 Jahren hat der heute 26-jährige Majed Koka gemerkt, dass er schwul ist. Er flüchtete daraufhin nach Israel, wo er seine sexuelle Orientierung ausleben kann. Legal ist er nicht im Land. So wurde er von den israelischen Behörden in den letzten 12 Jahren bereits neun Mal verhaftet.

Seine Familie in Nablus besucht er selten. Doch nach dem, was ihm das letzte Mal passiert ist, will er nicht mehr in die Westbank. Wie er der israelischen Zeitung „Ha’aretz“ berichtet, wurde er von der palästinensischen Polizei verhaftet, weil sie ihn der Zusammenarbeit mit Israel beschuldigten. Er wurde gefoltert – weil die konservativ-islamistisch geführten Behörden in der Westbank ein Problem mit Homosexualität haben. „Wenn ich nach Nablus zurückkehre, wäre das, als ob man ein Stück Papier ins Feuer wirft. Wenn ich zurückkomme, wäre ich in großen Problemen – einem langen Albtraum“, ist sich Koka sicher.

Deshalb möchte er kein Risiko eingehen und legal in Israel leben. Unter anderem hat er deshalb in Israel beim örtlichen Büro des UN-Flüchtlingshochkommissariates um seine Anerkennung als Flüchtling angesucht. Allerdings: Die Behörde ist nicht für Palästinenser zuständig. Daraufhin hat im Juni 2009 um eine permanente Aufenthaltsgenehmigung angesucht. Antwort hat er seitdem keine bekommen. Besonders bitter: Wäre er heterosexuell, würde ihm ein Aufenthalt in Israel wahrscheinlich nicht so schwer gemacht. Denn seit acht Jahren lebt er mit einem Israeli zusammen. Die beiden haben ihre Beziehung auch schon bei der zuständigen Stadtverwaltung eingetragen, so „Ha’aretz“. Allerdings wird diese Verbindung vom israelischen Staat nicht anerkannt – fremdenrechtlich sind sein Koka und sein Freund also Fremde.