Zeitung in Uganda ruft zum Lesben- und Schwulenmord auf

Die Verfolgung von Lesben und Schwulen in Uganda hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: Eine neue Boulevardzeitung geht mit „100 Bildern von Ugandas Top-Homos“ an den Start, daneben der Aufruf „Hängt sie“. Das berichtet die US-Seite „Box Turtle Bulletin“.

Die Zeitung „Rolling Stone“, die keinerlei Verbindung zur gleichnamigen Musikzeitschrift hat, hat sich für seine erste Ausgabe, die am 2. Oktober erschienen ist, eine echte Aufdeckergeschichte ausgedacht: Das Zwangsouting von Männern und Frauen, gepaart mit einem „investigativen Bericht“. Darin erzählt die Zeitung über geheime Schwule-Riten: Man treffe sich, so die Recherchen der Zeitung, jeden Freitag zu regelmäßigen Treffen, und um neue Schwule zu rekrutieren. „Während dieser Treffen bekommen neue Mitglieder Spitznamen, die sie in Schwulenkreisen benutzen. Die Nachforschungen haben auch ergeben, dass Burschen mit Schulabschluss die beliebtesten Opfer sind, weil sie verzweifelt nach einer Möglichkeit suchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihnen werden Jobs in Schwulenorganisationen im Ausland versprochen, monatliche Zahlungen und Verbindungen zu reichen Schwulen in den USA, Norwegen, Kanada und Großbritannien“, schreibt die Zeitung. Außerdem werden Neuankömmlinge mit Schwulenpornos versorgt, berichtet der „Rolling Stone“. Am Ende des Monats treffe man sich bei den „Schwulenführern“ zuhause, heißt es in dem „investigativem Bericht“ des Boulevardblatts: „Wein wird geöffnet, und manchmal lassen sich die Schwulen zu Orgien hinreißen. Wir haben Zugriff zu geheimen Videos höchster Bürger, wie sie heißen schwulen Sex genießen“, tönt die Zeitung, ohne dafür auch Beweise zu liefern.

Der „Rolling Stone“ hat die Bilder der Männer und Frauen, die in der Zeitung zwangsgeoutet werden, offenbar unter anderem aus Facebook. Nach Informationen von „Box Turtle Bulletin“ dürfte sich ein Anti-Schwulen-Aktivist aus Uganda als homosexuell ausgegeben haben, um sich in dem sozialen Netzwerk mit lesbischwulen Aktivisten zu befreunden und die Informationen dann an die Zeitung weiterzuleiten. Eine weitere Bildquelle dürfte die Dating-Plattform Gaydar gewesen sein.

Die in dem Artikel genannten Männer und Frauen sind nun in Lebensgefahr: Homosexualität wird gesellschaftlich geächtet, konservative Kirchenfürsten hetzen gegen Lesben und Schwule. Gleichgeschlechtlich liebenden Männern droht außerdem noch eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren. Letztes Jahr wollten Parlamentsabgeordnete sogar die Todesstrafe für Homosexuelle einführen, erst nach heftigen internationalen Protesten wurden diese Pläne aber auf Eis gelegt.