„Mister Gay Europe“: Absage wegen geringer Nachfrage

Schwule Schönheitswettbewerbe scheinen in Europa auf dem absteigenden Ast zu sein: Nachdem die Wahl zum schönsten schwulen Österreicher nur eine einmalige Angelegenheit blieb, wurde jetzt auch kurzfristig die Wahl zum Mister Gay Europe aus finanziellen Gründen abgesagt.

Die Veranstaltung sollte heute in Genf beginnen und bis Sonntag dauern. Allerdings verkauften sich nicht nur die Tickets schleppend. Das Grand Hotel Kempinski gab schließlich am Freitag bekannt, dass es aus dem Sponsorenvertrag aussteigt. Hintergrund dafür dürfte gewesen sein, dass im Rahmen der Misterwahl nicht genügend Zimmer in dem Luxushotel gebucht wurden. Das sehen die Organisatoren anders: „Die Mr.-Gay-Europe-Organisation will festhalten, dass wir nie eine bestimmte Anzahl an verkaufen Zimmern versprochen haben“, so die Veranstalter in einer Stellungnahme. Wegen der hohen Kosten will man die Hotelkette aber nicht wegen des Vertragsbruchs klagen.

Nach dem Ausstieg des Kempinskis aus dem Sponsorvertrag hätten die entsprechenden Zimmer von den Organisatoren bezahlt werden müssen – das hätte die finanziellen Möglichkeiten gesprengt: „Den Finanzen nach ist Mr. Gay Europe eine kleine Organisation, die auf ehrenamtliche Mithilfe angewiesen ist“, so die Veranstalter weiter. Bereits gebuchte Tickets wurden über PayPal rückerstattet, die Abwicklung kann allerdings noch bis zum Ende der Woche dauern.

Einen Mister Gay Europe 2010 wird es trotzdem geben: Nach der Absage dürfen die Veranstalter mehr Teilnehmer zur „Mr.-Gay-World“-Wahl 2011 auf die Philippinen schicken. Der bestplatzierte Teilnehmer aus Europa bekommt dann das Europa-Krönchen.