[Video] Berlusconi: „Lieber junge Mädchen, als schwul zu sein“

Für Kopfschütteln in der italienischen Community sorgt derzeit Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Bei der Eröffnung einer Zweiradmesse in Mailand sagte er, es sei „besser, von schönen Mädchen begeistert zu sein, als schwul“.

Harsche Kritik für diesen Satz kommt von italienischen Lesben- und Schwulenverband Arcigay. Für dessen Präsident Paolo Patanè ist die Aussage des Ministerpräsidenten der „Ausdruck einer Macho-Kultur, rückwärtsgewandt und beleidigend für Homosexuelle, aber auch für Frauen.“ Die Aussage komme aus einer inneren Einstellung, die die Würde des Menschen verachtet und bestätige das groteske und peinliche Klima, in das der Premierminister das Land gestürzt habe, so Patané weiter. Er fordert Berlusconi auf, sich „bei allen, besonders Homosexuellen und Frauen, für einen Satz zu entschuldigen, hinter dem ein Frauenbild steht, das dem Regierungschef eines EU-Landes nicht zusteht“.

Es ist nicht das erste Mal, dass der italienische Ministerpräsident sein Problem mit Lesben und Schwulen offenbart: So haben Magazine, die zum Berlusconi-Konzern gehören, in den letzten Monaten schwule Priester geoutet und einen unerwünschten Journalisten als homosexuell diskreditiert.

Mit der Aussage möchte Berlusconi von seiner aktuellen Affäre ablenken: Der 74-Jährige soll mit teils minderjährigen Models in seiner Mailänder Villa Sex-Parties gefeiert haben. Eine damals 17-jährige Marokkanerin erklärte, der Regierungschef stehe auf „Bunga Bunga“ – ein Rollenspiel, bei dem mehrere Frauen einem „Meister“ ergeben sind.

Nun will die Opposition seinen Rücktritt – und auch sein Regierungspartner Gianfranco Fini spielt mit dem Gedanken, diese dabei zu unterstützen.