Zeitung in Uganda darf Lesben und Schwule vorerst nicht outen

Einen kleinen Sieg haben Lesben und Schwule gegen das Zwangouting durch ein Boulevardblatt erreicht. Ein Gericht in der Hauptstadt Kampala hat der Zeitung „Rolling Stone“ die Veröffentlichung von Fotos, Namen und Adressen schwuler Männer und lesbischer Frauen untersagt. Dies verletze deren Persönlichkeitsrechte, so Richter Vincent Kubuuka.

Die Zeitung, die nichts mit dem gleichnamigen US-Musikmagazin zu tun hat, hat am Montag zum zweiten Mal die „100 Top-Homos“ Ugandas geoutet – inklusive der Aufforderung „Hängt sie auf“. Damit ist zumindest bis zum endgültigen Urteil am 23. November Schluss.

Geklagt hatte die Gruppe „Sexual Minorities Uganda“. Deren Koordinator Julian Onzeima begrüßte das Urteil. Allerdings sind mittlerweile auch schon andere Zeitungen auf den auflagenträchtigen Zug aufgesprungen und haben begonnen, Lesben und Schwule in dem afrikanischen Land zu outen.

Mit den Veröffentlichungen im „Rolling Stone“ begann eine neue Welle des Hasses gegen Homosexuelle in Uganda. Nach Informationen von „Sexual Minorities Uganda“ wurden seitdem mindesten vier Lesben und Schwule tätlich angegriffen. Gegenüber dem Nachrichtensender CNN schilderte vor kurzem Stosh Mugisha, wie sie und ihre Partnerin aus ihrem Haus flüchten mussten, nachdem ein wütender Mob mit Steinen nach ihnen warf.

„Rolling Stone“-Chefredakteur Giles Muhame ist sich keiner Schuld bewusst: „Wenn wir sie outen, tun wir das nicht, weil wir sie hassen, wir möchten, dass Leute, die ihnen helfen, sie identifizieren können, so dass sie in ein Rehibilitationszentrum gebracht werden können, wo ihnen geholfen werden kann“, erklärt er der Nachrichtenagentur „Reuters“ mit leicht geknicktem Handgelenk.