Aids für belgischen Erzbischof „Rache der Natur an Schwulen“

Für Verstörung sorgt in Belgien Erzbischof Andre-Joseph Leonard mit seinen Aussagen. Der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz bezeichnete die Immunschwächekrankheit Aids als „spezifische Gerechtligkeit“ für Homosexualität. Außerdem spricht er sich gegen eine juristische Verfolgung von Priestern aus, die Kinder missbraucht haben sollen.

Seinem Sprecher Jürgen Mettepenningen waren diese Aussagen zuviel: Er hat seinen Job niedergelegt. In einer Pressekonferenz sprach er nun Klartext: „Manchmal agiert Monsignore Leonard wie ein Geisterfahrer, der glaubt, alle anderen fahren auf der falschen Seite.“

Denn die Aussagen des Erzbischofs waren keine einmaligen Ausrutscher. In einem Buch mit religiösen Gedanken, das vor kurzem erschienen ist, legt er nach: „Wenn man die Umwelt schlecht behandelt, behandelt sie uns im Gegenzug auch schlecht. Und wenn man die menschliche Liebe schlecht behandelt, nimmt sie vielleicht auch Rache“, lautet die Erklärung des Kirchenfürsten für eine HIV-Infektion. „Ich sage nur, dass manchmal unsere Aktionen auch Konsequenzen haben“, so der Erzbischof. „Diese Epidemie ist eine Art von spezifischer Gerechtigkeit“, fügt Leonard über Aids hinzu.

Bei einem anderen Punkt ist der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz durchaus liberaler. So sagte er letzte Woche im Fernsehen: „Priestern, die Kinder missbraucht haben, die in ihrer Obhut waren, muss klar gemacht werden, was sie getan haben, aber wenn sie nicht länger arbeiten, wenn sie keine Verantwortung mehr tragen, bin ich mir nicht sicher, ob es human ist, eine bestimmte Art von Vergeltung auszuüben, die kein konkretes Ergebnis haben wird.“

Auch innerhalb der Kirche sind diese Aussagen nicht unumstritten: Einige Bischöfe haben mittlerweile klar gemacht, dass es sich um eine Privatmeinung Leonards handelt und nicht um die offizielle Linie der römisch-katholischen Kirche in Belgien.