Wird „Verpartnerung“ das Unwort des Jahres?

Die „Forschungsstelle österreichisches Deutsch“ der Uni Graz hat wieder die Kandidaten für das österreichische Wort und Unwort des Jahres bekanntgegeben. Eines der Wörter, das um die Wahl zum Unwort 2010 mitspielt, ist „Verpartnerung“.

Gemeint ist damit der rechtlich korrekte Begriff für das Eingehen einer Eingetragenen Partnerschaft bei schwulen und lesbischen Paaren. Oder, wie es auf den Wort-Erklärungen offiziell heißt: der „Rechtsbegriff, mit dem die Verheiratung homosexueller Paare bezeichnet wird, jedoch deren rechtliche und soziale Schlechterstellung verschleiert.“

Damit ist die „Verpartnerung“ in prominenter Gesellschaft. Die weiteren Kandidaten um den Titel „Unwort des Jahres“ sind der „E-Card-Urlaub“ für den Krankenstand, „humane Abschiebung“, „Minarettspiel“ oder „Türkenmilch“.

Bei den Kandidatenwörtern für das „Wort des Jahres“ hat sich kein Begriff aus der schwul-lesbischen Welt durchgesetzt. Hier zählen unter anderem „Kabinenparty“, „fremdschämen“ oder verhaltenskreativ“ zu den Favoriten. Besonders in unseren Sprachgebrauch eingeschlichen dürfte sich Innenministerin Maria Fekter haben: Mit „Abschiebungsministerin“ und „Rehleinaugen“ sind gleich zwei Begriffe aus ihrem Umfeld Kandidaten für das „Wort des Jahres“.

Wer der „Verparnterung“ zum Titel „Unwort des Jahres“ verhelfen möchte, kann dies noch bis Anfang Dezember auf der eigens eingerichteten Homepage tun.

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