Scharfe Kritik an kroatischem Fußball-Präsidenten

Harsche Kritik gibt es auf die Aussagen von Vlatko Markovic, der in einem Interview gesagt hatte, er wolle keine schwulen Spieler in der Nationalmannschaft. Darüber hinaus war sich Markovic, der in den 60ern beim Wiener Sport-Club gespielt hat und in den 80ern Trainer bei Rapid war, in dem Interview sicher, dass er nie gemeinsam mit schwulen Fussballern gekickt hat: „Glücklicherweise, Fußball spielen nur normale Menschen“, sagte er der Zeitung „Vecernji List“.

Nun hat der europäische Schwulen- und Lesbensportverband EGLSF vom kroatischen Fußballverband eine öffentliche Entschuldigung gefordert. Außerdem fordert der 17.000 Mitglieder starke Verband die UEFA auf, ein Disziplinarverfahren gegen Markovic einzuleiten.

Dieser erklärte mittlerweile, er sei „missverstanden“ worden. Der 73-Jährige kandidiert im Dezember für eine vierte Amtsperiode als Präsident des kroatischen Fußballverbandes.

Die Aussagen von Markovic sind nicht die ersten homophoben Ausrutscher, die dem kroatischen Fußballverband während seiner Amtszeit passieren. Im Jahr 2004 wurde Otto Baric als Trainer des kroatischen Nationalteams von der UEFA zu 3000 Euro Geldstrafe verdonnert. Er hatte in einem Interview gesagt: „Ich weiß, dass kein Homosexueller in meinem Team ist. Ich erkenne einen Schwulen innerhalb von zehn Minuten und ich will sie nicht in meiner Mannschaft haben.“ Eine Stellungnahme von Markovic zu der Aussage gab es damals nicht.