Homosexualität bleibt für den Papst Sünde

Enttäuschend sind die aktuellen Ansichten von Papst Benedikt XVI. zur Homosexualität, die er in seinem soeben erschienenen Interviewbuch äußert. So ist Homosexualität für das Kirchenoberhaupt nach wie vor „moralisch nicht richtig“.

Zuvor hatten sich Schwulenverbände eine leichte Lockerung der päpstlichen Ansichten erhofft, nachdem er die Verwendung von Kondomen zum Schutz vor HIV, ausdrücklich auch bei schwulen Sexarbeitern, gebilligt hatte. Wörtlich sagt Benedikt: „Es mag begründete Einzelfälle geben, etwa wenn ein Prostituierter ein Kondom verwendet, wo dies ein erster Schritt zu einer Moralisierung sein kann.“

Doch der 83-Jährige bleibt bei seinen Ansichten: „Sie [die Homosexualität] bleibt etwas, das gegen das Wesen dessen steht, was Gott ursprünglich gewollt hat“, wird Benedikt XVI. in dem Buch zitiert. Wenn jemand starke homosexuelle Neigungen habe, dann sei das für denjenigen eine große Prüfung, so der Papst weiter. „Aber das bedeutet nicht, dass Homosexualität dadurch moralisch richtig wird“. Der Sinn von Sexualität sei, „Mann und Frau zueinander zu führen und damit der Menschheit Nachkommenschaft, Kinder, Zukunft zu geben“. Daran müsse man festhalten, betont das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Für diese Aussagen wird der Papst vom italienischen Lesben- und Schwulenverband Arcigay scharf kritisiert. Dessen Präsident Paolo Patane erklärte, die Aussagen des Papstes erniedrigten viele Millionen Menschen, die alltäglich gegen Beleidigungen ankämpfen müssten.

Auch der offen schwule deutsche Theologe David Berger ist desillusioniert, wenn es um eine Änderung der kirchlichen Sexualmoral geht. Über die aktuellen Aussagen des Heiligen Vaters sagt er: „Die nur in extremen Ausnahmen zugelassene Kondom-Nutzung ist das Zückerchen, das den Essig der kirchlichen Sexualmoral etwas versüßen soll“, so der 42-Jährige.