Ministranten missbraucht: Sieben Jahre Haft für Pfarrer

In Kassel ist ein Pfarrer zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, weil er sich über mehrere Jahre an Ministranten vergangen haben soll. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der ehemalige Schulpfarrer aus Fritzlar im Norden des deutschen Bundeslandes Hessen hatte gestanden, sich zwischen 1992 und 2003 an insgesamt sechs unter 14-jährigen Ministranten vergangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht von 165 sexuellen Übergriffen aus.

Dabei hat der Ordensbruder den Burschen, die ihm vertrauten, diese Handlungen als medizinisch notwendig verkauft. Seine Berührungen an ihren Geschlechtsteilen seien notwendig, um Fehlentwicklungen vorzubeugen, so der Geistliche.

Er verging sich an den Burschen sowohl in Fritzlar als auch in einem Ferienlager in Spanien. Zum Teil filmte der Pfarrer seine Taten sogar. Diese Aufnahmen und weitere Kinderpornos fand die Polizei auf den Computern des Geistlichen.

Nach dem Urteil erklärte der Verteidiger des Mannes, sein Mandant bedauere „insbesondere den Vertrauensbruch“ gegenüber den Kindern. Er könne sich aber nicht an jede einzelne Tat erinnern, bestätigte aber auf Anfrage des Richters, die Misshandlungen seien „im Großen und Ganzen“ so geschehen, wie es die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift geschildert hat.