Neue Familienstaatssekretärin lehnt Homo-Adoption ab

Erst am Freitag wurde Verena Remler von der ÖVP als Familien-Staatssekretärin angelobt – schon in ihren ersten Interviews hat sie klar gemacht, dass sie die Situation für Lesben und Schwule in Österreich nicht verbessern will.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“ sagte sie zwar, dass es wichtig sei, Diskriminierungen abzubauen. Allerdings fügte Remler hinzu „Ich stehe dieser Adoption, muss ich Ihnen ehrlich sagen, aber kritisch gegenüber.“ Die neue Staatssekretärin betonte, dass es sich dabei um ihre persönliche Meinung handelt.

Auf die Nachfrage, warum sie gegen eine Adoption von Kindern durch Lesben und Schwule sei, meinte die Osttirolerin, die sich als „praktizierende Katholikin“ sieht, die „so oft es möglich ist“ am Sonntag den Gottesdienst besucht: „Familien sollen selbst entscheiden können, welchen Weg sie einschlagen wollen.“ Darauf angesprochen, dass das homosexuelle Paare, die einen Kinderwunsch haben, genau das nicht können, meint die 38-Jährige knapp: „Meine persönliche Meinung ist: ein Nein zur Adoption. Familie ist, wo Kinder sind.“

Für diese Aussagen hagelt es Kritik – vor allem von den Grünen. Der offen schwule Tiroler Landtagsabgeordnete Gebi Mair kann über diese Aussagen nur den Kopf schütteln: „Auch die neue Familienstaatssekretärin hält alte homophobe Feindbilder hoch. Das ist traurig“, so Mair. „Familie sei dort, wo Kinder seien, behauptet sie. Ich lade sie herzlich ein, einige gleichgeschlechtliche Paare kennen zu lernen, mit denen Kinder zusammenleben. Davon gibt es nämlich mehr, als sie glaubt. Dann kann sie ihre unnötigen Vorurteile hoffentlich ablegen“, ergänzt der Grüne Landtagsabgeordnete.