Kenias Premierminister will alle Lesben und Schwulen verhaften

Kenias Lesben und Schwule sind in Angst: Premierminister Raila Odinga hat bei einer Wahlveranstaltung ihre Verhaftung angekündigt. Auf Homosexualität stehen in dem afrikanischen Land bis zu 14 Jahre Haft.

„Jeder Mann, der mit einem anderen Mann sexuelle Handlungen ausübt, soll verhaftet werden“ – der Regierungschef findet bei einer Rede in seinem Wahlkreis in Kibera scharfe Worte. Auch Frauen, die miteinander Sex haben, sollen eingesperrt werden. Homosexualität sei „nicht notwendig“, weil es in dem afrikanischen Staat der letzten Volkszählung zufolge gleich viele Frauen wie Männer gebe.

„Wir werden so ein Verhalten nicht tolerieren. Die Verfassung ist in diesem Punkt sehr klar, und Männer und Frauen, die homosexuelle Akte vollziehen, werden nicht geschont“, so Odinga weiter.

Nach Informationen der BBC ist es das erste Mal, dass der Premier so harte Worte gegen Lesben und Schwule verwendet. Grund dafür ist Kritik an der neuen Verfassung Kenias, die im August beschlossen wurde. Kritikern zufolge würde sie gleichgeschlechtliche Ehen tolerieren. Dem wirkt der Premier durch seine aktuelle Rede entgegen: Diese Informationen kämen von politischen Gegnern, die wollen, dass die neue Verfassung von der Bevölkerung abgelehnt werde.

Wahr sei vielmehr, dass die Verfassung „an keiner Stelle gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt“, so Odinga in seiner Rede. Gleichgeschlechtlich liebenden Männern drohen Gefängnisstrafen von 5 bis 14 Jahren, Beziehungen unter Frauen sind nicht verboten. Verfolgung ist aber – verglichen mit anderen afrikanischen Staaten – eher selten. Schlagzeilen machte heuer ein Fall, bei dem fünf Kenianer in der Hauptstadt Mombasa verhaftet wurden, weil sie angeblich eine gleichgeschlechtliche Hochzeit organisieren wollten.