Jamaika: Cross-Dresser ermordet

In Jamaika ist ein Mitglied der Lesben- und Schwulecommunity brutal ermordet worden. Berichten zufolge wurde die Leiche des 26-Jährigen am Freitag hinter einem Versicherungsgebäude in der Hauptstadt Kingston gefunden.

In die Öffentlichkeit kam der Fall durch die jamaikanische Lesben- und Schwulenorganisation „J-FLAG“. Sie fordert nun eine vollständige Aufklärung der Todesumstände: „Auch, wenn der Grund für seinen Tod noch nicht bekannt ist, gibt es Hinweise darauf, dass sein Leben seit einiger Zeit in Gefahr war“, heißt es in einer Stellungnahme.

Zeitungsberichten zufolge handelt es sich bei dem Opfer um einen Crossdresser. Die Polizei ging zunächst davon aus, dass das Opfer eine Frau ist. Mittlerweile wurde bekannt, dass der Mann offenbar erstochen wurde.

Den Namen des Mannes will J-FLAG erst veröffentlichen, wenn seine Verwandten über seinen Tod informiert worden sind. Die Organisation vermutet, dass der 26-Jährige sterben musste, weil er Männer liebte.

Lesben und Schwule leben auf der Karibikinsel in ständiger Gefahr. Immer wieder gibt es Berichte, dass Homosexuelle von einer wütenden Meute gejagt, verletzt oder gar getötet werden. Auch einige Musiker rufen mit ihren Texten zur Gewalt an Lesben und Schwulen auf. Für J-FLAG ist der Tod ihres Mitglieds deshalb auch beispielhaft für die Gewalt, die der lesbischwulen Community in Jamaika droht.

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