Tschechien macht Rückzieher bei Erektions-Test für Asylwerber

Einen kleinen Rückzieher macht die tschechische Regierung bei dem Einsatz von phallometrischen Tests, um die Homosexualität von Asylwerbern zu testen. Dabei wurden den Betroffenen heterosexuelle Pornofilme gezeigt und der Blutfluss zum Penis gemessen.

Man würde diese Tests seit Beginn dieses Jahres nicht mehr durchführen, erklärte heute Pavel Novak, der Sprecher des Innenministeriums in Prag. Insgesamt seien diese Tests nicht einmal zehn Mal eingesetzt worden, und bei der Durchführung war auch immer ein medizinischer Experte dabei, so Novak weiter. Die betroffenen Bewerber hätten selbst um diese Tests gebeten oder ihnen zumindest zugestimmt.

Die EU-Grundrechteagentur (FRA) hatte die Tests kritisiert, weil sie für die Asylbewerber entwürdigend seien und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gegen die Grundrechtecharta der EU verstoßen würden. Außerdem würden bisexuelle Asylwerber durch den Test fallen, befürchtet die Agentur.

Der tschechische Innenminister Radek John hingegen verteidigt die Tests: Die Asyl-Bewerber müssten den tschechischen Behörden überzeugend beweisen können, dass sie Homosexuelle sind, so der Minister. Andernfalls hätte der Betroffene keinen Anspruch auf Asyl. „Dann soll er doch in ein Land gehen, wo diese Tests nicht durchgeführt werden und dort Asyl beantragen“, sagte John.