Cruising-Mörder verhaftet?

Die Polizei dürfte jenen Mann verhaftet haben, der in diesem Jahr zwei schwule Männer beim Cruisen auf Autobahnparkplätzen in nächster Nähe erschossen hatte. Das bestätigte Stefan Porth von der Polizeidirektion Böblingen gestern gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“. Details wollen die Behörden heute Mittag in einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Die Verhaftung soll schon am Wochenende geschehen sein. Maßgeblich für die Ergreifung des mutmaßlichen Täters waren Phantombilder, die nach einem erneuten Angriff angefertigt werden konnten. Der Unbekannte versuchte am 6. Juni, auf einem belebten Marktplatz ein Auto samt Fahrer zu entführen. Der Plan misslang, Zeugen sahen den Mann, der auch DNA-Spuren im Wagen zurückließ und sein Klappmesser verloren hatte.

Die DNA-Spuren waren die gleichen, die auch bei den beiden Cruising-Morden festgestellt wurden. „Das war eine wichtige Spur“, bestätigte auch Karlheinz Treusch vom Polizeipräsidium Südhessen. Damit gilt der verhinderte Autodieb auch als tatverdächtig, am 8. Mai den 30-jährigen Heiko S. auf einem Autobahnparkplatz in der Nähe von Stuttgart mit einem Kopfschuss umgebracht zu haben. Auch der Mord am 70-jährigen Friedrich L. am 2. Juli auf einem Cruising-Treffpunkt nahe des Frankfurter Flughafens geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Konto des Mannes: Es wurden zwar hier – anders als bei Heiko S. – keine DNA-Spuren des Täters gefunden, allerdings wurden beide Männer mit der gleichen Waffe erschossen.