Stinkbomben-Anschlag auf HOSI Linz

In Linz ist am Samstag abend ein Anschlag auf das HOSI-Zentrum verübt worden. Unbekannte Täter verschütteten während einer Weihnachtsfeier im Café „Julius“ vor dem Veranstaltungsraum eine penetrant stinkende Flüssigkeit, vermutlich Buttersäure. Hinter dem Anschlag stecken aller Wahrscheinlichkeit nach Lesben- und Schwulenfeindlichkeit. Die Veranstaltung musste frühzeitig aufgelöst werden, so ein Vereins-Sprecher. Die Linzer Polizei bestätigte die Erhebungen.

Die stark stinkende Flüssigkeit wurde im Stiegenhaus unter den Postkästen ausgeleert. Ob es sich tatsächlich um Buttersäure handelte, konnte die Polizei gestern abend noch nicht sagen. Heute werden weitere Befragungen durchgeführt.

Gerhard Friedinger von der HOSI Linz ist schockiert: „In der beinahe 30-jährigen Geschichte der Hosi Linz ist so etwas noch nicht vorgekommen. Wieviel Hass gegen Lesben und Schwule offenbar in dem Täter oder in der Täterin stecken muss, damit man sich zu so etwas hinreißen lässt – das macht mich betroffen.“ Der Anschlag ist eine neue Stufe der Homophobie, mit der die Lesben- und Schwulenszene in Österreich konfrontiert wird. Dabei ist Friedinger nach vielen Jahren einiges gewöhnt: „Beschimpfungen ja, beleidigende Postkarten auch – aber so etwas, das ja beinahe einer Sachbeschädigung gleichkommt und unter dem nicht nur unsere Aktiviten zu leiden haben, sondern vor allem auch die Gäste unseres Cafés und die Mieter in den oberen Stockwerken, das ist neu“, so der Sprecher der HOSI Linz.

Der Anschlag zeige aber auch, wie wichtig die Aufklärungsarbeit der HOSI Linz sei: „Es ist zwar richtig, dass Lesben und Schwule mittlerweile rechtich nahezu vollständig gleichgestellt sind. Dennoch zeigt aber gerade der Anschlag, wie wichtig Aufklärungs- und Informationsarbeit sind, um Vorurteile und Homophobie abbauen zu können“, so Friedinger weiter.

Obwohl die Mitarbeiter der HOSI Linz den Eingangsbereich intensiv gereinigt haben, ist der Gestank noch immer im gesamten Gebäude deutlich wahrnehmbar, am Sonntag war der Geruch sogar auf der Straße noch zu bemerken. Einschüchtern lassen sich die oberösterreichischen Lesben- und Schwulenaktivisten davon aber nicht: „Mit solchen Aktionen bringt man uns nicht zum Aufgeben, ganz im Gegenteil: Intoleranz, Homophobie und Gewalt – noch dazu so kurz vor Weihnachten – zeigen uns, dass noch ein gutes Stück Arbeit vor uns liegt“, gibt sich Friedinger kämpferisch. Die Veranstaltungen, die in der nächsten Zeit im HOSI-Zentrum geplant sind, werden stattfinden.

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