Syphilis weiter auf dem Vormarsch

Auch in Oberösterreich ist die Syphilis wieder auf dem Vormarsch. Wie der ORF Oberösterreich berichtet, hat sich die Zahl der Neuansteckungen in den letzten zehn Jahren verzehnfacht – die Dunkelziffer dürfte aber noch höher sein.

So werden in Oberösterreich pro Jahr 40 bis 50 Fälle registriert, die Dunkelziffer dürfte trotz Meldepflicht aber viel höher liegen, vermutet der Linzer Hautarzt Johannes Neuhofer. Einerseits werde die Erkrankung nicht immer weitergeleitet, andererseits wird Syphilis oft übersehen, weil die erste Anzeichen schnell wieder vergehen.

Das ist aber lebensgefährlich: Unbehandelt kann die Syphilis sämtliche Hautstellen und Organe befallen, im Endstadium zerstört sie das zentrale Nervensystem. Wenn sie erkannt wird, ist sie allerdings mit Antibiotika leicht behandelter.

Mit dem Anstieg an gemeldeten Fällen liegt Oberösterreich im europaweiten Trend: Während es Mitte der 1990er Jahre in Österreich keine gemeldete Infektion gab, waren es 2005 bereits 267 Fälle. Bis 2008 schnellte die Zahl der neuentdeckten Syphilis-Infektionen auf mehr als 600 los. In Deutschland hat sich die Zahl der Erkrankungen von 1991 bis 2003 mehr als verdreifacht. In Frankreich haben sich die neu entdeckten Infektionen von 2000 bis 2003 fast versechzehnfacht, auch in den USA beobachten die Gesundheitsbehörden eine ähnliche Entwicklung.

Grund für die Rückkehr der Syphilis ist auch deren leichte Verbreitung: Sie kann auch bei Praktiken, die beispielsweise für eine HIV-Infektion als sicher gelten, übertragen werden. Experten vermuten, dass sich der aktuelle Ausbruch über Osteuropa nach Westen verbreitet hat, weil dort die Krankheit nie wirklich ausgerottet war.

Ein Syphilis-Test kann bei jedem Arzt oder den Aidshilfen gratis durchgeführt werden. Sexuell aktive Männer sollten sich alle drei bis sechs Monate auch auf diese Krankheit testen lassen.

Links zum Thema

  • GGG.at Gesundheit: Syphilis – die wichtigsten Informationen