„UNESCO will 50% der Menschheit homosexuell machen“

Immer abstruser werden die Verschwörungstheorien der römisch-katholischen Kirche. Diesmal unterstellt der Vatikan offenbar der UNESCO, mit einem Geheimplan die Weltbevölkerung homosexuell machen zu wollen.

Öffentlich gemacht hat Demetrio Fernández González, Bischof des spanischen Córdoba, diese Theorie bei einer Predigt: „Verschiedene Programme“ zielen darauf ab, „die Hälfte der Weltbevölkerung in 20 Jahren homosexuell werden zu lassen“, so Fernández. Die Informationen dazu habe er von niemand geringerem als Kurienkardinal Ennio Antonelli, immerhin als „Familienminister“ des Vatikans keine Randfigur der römisch-katholischen Kirche.

Ein Dorn im Auge sind dem Vatikan dabei offenbar Projekte, die die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern fördern wollen. Der Vatikan nennt dies allerdings „Ideologie der Geschlechtergleichheit“ und fürchtet, dass „Menschen nicht mehr als Mann oder Frau auf die Welt kommen, sondern ihr Geschlecht je nach Laune wählen“ können. Eile sei aus römisch-katholischer Sicht geboten – diese Ideologie sei „bereits an unseren Schulen zu finden“, so der Bischof.

Wie das genau funktionieren soll, hat Fernández aber in seiner Predigt nicht verraten. Der Zeitpunkt der Predigt war aber bewusst gewählt: Am Sonntag besuchten Tausende Katholiken in Madrid die jährliche Demonstration für die klassische Familie. Außerdem hat der spanische Klerus gerade eine Offensive gestartet, um das klassische Familienbild gegen die liberale sozialistische Regierung zu verteidigen. Zuletzt hatte der Bischof von Alcalá, Juan Antonio Reig, behauptet, häusliche Gewalt sei „in katholischen Ehen weniger verbreitet‘ als in anderen Lebenspartnerschaften“.