Bald mehr Rechte für schwule und lesbische Eltern in Irland?

In Irland könnten schwule und lesbische Eltern bald die gleichen Rechte wie heterosexuelle Elternpaare bekommen: Die Rechtsreformkommission der Grünen Insel empfiehlt in ihrem Bericht über die Neuordnung des Kindschaftsrechts, Eingetragenen Partnern die gleichen elterlichen Rechte und Pflichten zu geben. Das berichtet das Infoportal QueerNews.

Damit würde Irland in kurzer Zeit den zweiten großen Schritt bei der Gleichstellung von Lesben und Schwulen in kurzer Zeit gehen. Erst zu Jahresbeginn trat ein Gesetz über die Einführung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Kraft, das lesbische und schwule Paare mit Ehepaaren im weiten Dingen gleichstellt.

Mit ihrer Empfehlung folgt die Rechtsreformkommission über weite Strecken den Vorschlägen des irischen LGBT-Netzwerks GLEN. Die Empfehlung betrifft allerdings nur die Bereiche Vormundschaft, Obsorge und Besuchsrechte. Die Möglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare, ein Kind zu adoptieren oder durch eine künstliche Befruchtung zu bekommen, wird in dem Entwurf nicht erwähnt. Nach derzeit geltendem Recht können Eingetragene Partner ein Kind nur als Einzelperson adoptieren, eine gemeinsame Adoption steht nur Ehepaaren offen. Die Möglichkeit einer Stiefkindadoption fehlt in Irland völlig.

Die Empfehlungen der 1975 gegründeten Rechtsreformkommission sind für den Gesetzgeber nicht bindend, werden aber oft übernommen.