LGBT-Aktivistin in Simbabwe freigesprochen

Leise Hoffnung schöpft die Lesben- und Schwulencommunity in Simbabwe: Ellen Chademana, Aktivistin und Geschäftsführerin von GALZ, der einzigen LGBT-Organisation des Landes, wurde vom Vorwurf freigesprochen, pornographisches Material zu besitzen.

Dabei handelte es sich um zwei „pornographische Fotos“, die im Mai bei einer Polizeirazzia in einem Schrank im Büro von GALZ beschlagnahmt wurden. Das Gericht stellte fest, dass es der Anklage nicht gelungen war, zu beweisen, dass die Fotos Chademana gehörten – alle Mitarbeiter hätten zu dem Schrank Zugang gehabt.

Dass die afrikanische Aktivistin erst jetzt freigesprochen wurde, verwundert: Ihr Kollege Ignatius Mhambi, der bei der Razzia ebenfalls verhaftet und wegen den beiden Fotos angeklagt worden war, kam schon im Juli frei. Vermutlich wurde der Prozess gegen die GALZ-Vorsitzende verschleppt, weil Lesben und Schwule in Simbabwe systematisch unterdrückt werden: So haben Präsident Robert Mugabe und Premierminister Tsvangirai schon öfter versucht, sich mit lesben- und schwulenfeindlichen Äußerungen zu übertreffen, Homosexualität wird in dem Land mit Haftstrafen geahndet. Menschenrechtsorganisationen in aller Welt haben die Verhaftungen von Chademana und Mhambi als Einschüchterungsversuch der von Präsident Mugabe kontrollierten Strafverfolgungsbehörden verurteilt.