Schwuler Portugiesischer Journalist von Begleiter getötet und kastriert

In einem New Yorker Hotel ist ein bekannter portugiesischer Journalist und Schwulenaktivist von seinem jungen Begleiter offenbar zu Tode geprügelt und kastriert worden. Grund für die Bluttat dürfte Streit ums Geld gewesen sein.

Der 65-jährige Carlos de Castro wurde im Hotel InterContinental am Times Square von Angestellten tot in seiner eigenen Blutlache gefunden – mit schweren Schlagverletzungen und abgetrenntem Hodensack. Castro war mit dem 20-jährigen Männermodel und Ex-Reality-Show-Teilnehmer Renato Seabra in New York. Dieser wurde vier Stunden später in einem Krankenhaus gefunden, in das er wegen Schnittverletzungen an seinen Handgelenken gefahren war. Er wurde von der Polizei verhaftet. Es wurde noch keine Anklage gegen ihn erhoben.

Gefunden wurde Castros Leiche, weil Wanda Pires, eine alte Freundin, und ihre Tochter sich mit dem Journalisten in dem Hotel verabredet haben, er aber das Zimmertelefon nicht abhob. Wenig später trafen sie Seabra in der Lobby. „Wir haben ihn nach Carlos gefragt, und er hat panisch reagiert. Er hat offenbar nicht erwartet, uns in der Lobby zu treffen und hat uns gesagt, ‚Carlos verlässt das Zimmer nicht‘. Diese Antwort hat uns überrascht, und wir haben mit dem Hotelmanager geredet.“ Daraufhin wurde das Zimmer geöffnet und Castros Leiche gefunden.

Grund für den Mord dürfte ersten Ermittlungen zufolge vermutlich Streit ums Geld gewesen sein: Castro dürfte bemerkt haben, dass sein Begleiter Geld gestohlen hat. Daraufhin hat ihm dieser ihm mit einem Laptop auf den Kopf geschlagen und seinen Hodensack mit einem zerbrochenen Weinglas abgeschnitten, vermutet die Polizei.

Streit zwischen den beiden dürfte es aber auch schon vorher gegeben haben. Wie die Boulevardzeitung „New York Post“ berichtet, hatten die beiden schon vor Tagen in einem Restaurant im East Village eine lautstarke Auseinandersetzung. Die Zeitung berichtet außerdem von einem anderen Motiv: So wollen Journalisten der „New York Post“ erfahren haben, dass Seabra eigentlich heterosexuell war und Castro nur begleitet hat, weil dieser ihn auf die Reise eingeladen hat und sich das Nachwuchsmodel erhofft hat, als Begleiter des bekannten Journalisten in der internationalen Model-Welt Fuß zu fassen. „Carlos de Castro war ein Trampolin, um in der Modewelt und der High Society aufzusteigen“, zitiert die Zeitung eine Quelle.

Carlos de Castro war einer der bekanntesten Mode- und Gesellschaftsjournalisten Portugals. Berüchtigt waren seine Listen der am besten und am schlechtesten angezogenen Persönlichkeiten Portugals. Außerdem setzte er sich immer wieder für die Rechte von Lesben und Schwulen in seiner Heimat ein. In Portugal löste Castros gewaltsamer Tod Bestürzung aus. Er sei ein hochkarätiger, angesehener Journalist und eine Fernsehpersönlichkeit gewesen, sagte der Filmkritiker Rui Pedro Tendinha, der Castro persönlich kannte.