Alfons Haider tanzt bei „Dancing Stars“mit einem Mann

Mit einer kleinen Sensation wartet der sonst eher konservative ORF auf: Bei der nächsten Staffel von „Dancing Stars“, die am 11. März beginnt, tanzt der offen schwule Entertainer Alfons Haider mir einem Mann.

Der ORF berücksichtigt damit einen Wunsch Haiders. Dieser hatte bereits nach der letzten Staffel im Jahr 2008 gemeint, dass er nur dann bei „Dancing Stars“ mitmachen würde, wenn er mit dem Profitänzer Balázs Ecker tanzen darf. Ob Haider wirklich mit Ecker tanzen darf, steht noch nicht fest, die Tanzpartner werden erst im Februar bekanntgegeben.

Haider hatte sich damals auch selbst stark für ein Männerpaar bei „Dancing Stars“ eingesetzt: „Die Überlegung gab es bereits für diese Staffel – nur der ORF lehnte ab. Daraufhin hat sich Alfons bei BBC die Bewilligung geholt“, so Ekker damals gegenüber der Tageszeitung „Österreich“. Unterstützung bekam er bei Programmdirektor Wolfgang Lorenz. „Für mich wäre das vorstellbar“, sagte er im März 2008. Ob es dazu komme, müsse aber sorgfältig und „mit Verantwortung“ abgewogen werden, schränkte Lorenz damals ein. Da letztes Jahr aber keine Staffel produziert wurde, mussten die Pläne aber bis heuer warten.

Damit wurde der ORF vom israelischen Fernsehen überholt: Dieses lässt in der aktuellen Staffel der Promi-Tanzshow „Rokdim Im Kokhavim“ die offen lesbische Moderatorin Gil Shem Tov mit der heterosexuellen Tänzerin Dorit Milman tanzen. „Weil ich mein Leben mit einer Frau teile und mit ihr eine Familie habe, ist das für mich die natürlichste Sache der Welt“, sagte Tov zum Staffelstart der BBC. Der Producer der Tanzshow, Asaaf Gil, sagte, er sei „extrem stolz, in der neuen Staffel ein gleichgeschlechtliches Paar zu haben“.

Eine gesellschaftspolitische Botschaft sieht der 53-Jährige in dem männlichen Tanzpaar übrigens nicht. Er wolle keine „Jeanne d’Arc der Schwulenbewegung“ sein, sagte er gegenüber dem ORF-Radiosender Ö3. „Herr und Frau Österreicher werden das gleichgeschlechtliche Paar sicher lustig finden. Es geht ja schließlich um nichts sexuelles, sondern nur um zwei Männer die miteinander tanzen“, so Haider weiter.

Bis jetzt ist der ORF eher selten durch die Ausstrahlung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen aufgefallen: Eine schwule Folge der MTV-Datingdoku „Dismissed“, die der ORF mitproduziert hat, wurde auf Geheiß der damaligen Generaldirektorin Monika Lindner nicht ausgestrahlt, die Serie „Will and Grace“ lange vor ProSieben eingestellt, „Queer As Folk“ gar nicht erst übernommen. Und eine Ausstrahlung der mehrfach ausgezeichneten Lesbenserie „The L Word“ scheitert laut ORF an der „mangelnden Qualität“ der Folgen.