Wird schwuler Professor der nächste irische Präsident?

Das streng katholische Irland könnte in Kürze einen offen schwulen Staatspräsidenten bekommen.

Denn auf der Grünen Insel stehen im Oktober Präsidentenwahlen an. Wie die „Irish Times“ berichtet, würden dabei 27 Prozent der Wähler den Senator David Norris wählen. Damit führt er die Liste der möglichen Kandidaten an – vor Mairead McGuinnes mit 13 Prozent und Bertie Ahern mit 12 Prozent. Norris tritt als parteiunabhängiger Kandidat an und ist einer der bekanntesten Vertreter für Lesben- und Schwulenrechte.

So klagte Norris 1983 gegen das damals noch herrschende Totalverbot von Homosexualität in Irland. Als seine Klage abgewiesen wurde, zog er vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, wo er recht bekam. Aufgehoben wurde die Strafbarkeit gleichgeschlechtlicher Kontakte unter Erwachsenen auf der Insel schlussendlich 1993.

Im irischen Senat sitzt der James-Joyce-Forscher seit 1983. Um als Präsident kandidieren zu können, braucht er entweder Unterstützungserklärungen von zwanzig Parlamentsabgeordneten oder von vier Bezirksgemeinden. In einem Brief an die Gemeinden bittet er diese um Unterstützung, weil Irland damit der Welt zeigen könne, dass es modern, kultiviert und tolerant sei.