Eigene Homo-Toiletten am Karneval von Rio?

In Brasilien sorgt die Einführung eigener Toiletten für Homosexuelle, Drag Queens und Transgender während des Karnevals für Aufregung.

So hat eine der Top-Samba-Schulen von Rio de Janeiro, Unidos da Tujuca, bereits diese eigene Toilettenkategorie eingeführt. Kritiker erinnert die Einführung eigener Toiletten für Schwule, Drag Queens und Transgender an die Rassentrennung zwischen Schwarzen und Weißen. Claudio Nascimento, Leiter der staatlichen Anti-Diskriminierungsstelle, spricht sogar von „Karneval-Apartheid“.

Doch Iran Araujo, der Leiter des Karnevals, verteidigt die Homo-Toiletten: „Ich sehe kein Problem“, sagt er. Die Toiletten würden die Sicherheit von Lesben, Schwulen, Transgendern und Drag Queens bei der bunten Massenveranstaltung erhöhen, meinen die Befürworter. Außerdem gäbe es keine Zwang, die Extra-Toiletten zu benutzen: „Sie können noch immer die ’normalen‘ Toiletten verwenden“, erklärt Araujo.

Und auch Lesben- und Schwulenaktivisten sind gespalten, wenn es um die Extra-Toiletten gehen. Einige fürchten, alleine durch die Benutzung dieser Toiletten stigmatisiert zu werden. Einen schalen Beigeschmack bekam die Diskussion, als sich herausstellte, dass vier weitere Samba-Schulen die Homo-Toiletten ebenfalls still und heimlich eingeführt haben.

Rio de Janeiro als Traumziel für schwule Touristen, und Lesben und Schwule werden vom brasilianischen Staat unterstützt – trotzdem ist auch Homophobie in dem südamerikanischen Land weit verbreitet: Die Zahl der Morde an Schwulen und Lesben ist in den letzten zwei Jahren um fast zwei Drittel gestiegen.