Selbstmord-Alarm bei schwulem Highschool-Schüler

Der Tod eines jungen Schwulen erschüttert die Community: Am Samstag wurde der 18-jährige Lance Lundsten leblos in seinem Elternhaus in Miltona im US-Bundesstaat Minnesota gefunden. Wenig später starb er im Douglas County Hospital – die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt.

Auf Facebook wurde sofort nach Bekanntwerden des Todes spekuliert, dass Lundsten Selbstmord begangen hat: Seine Mitschüler berichteten dem lokalen Fernsehsender KSAX, dass der junge Mann wegen seiner Homosexualität täglich an seiner Schule, der efferson High School in Alexandria, gemobbt wurde. Entsprechende Berichte bestätigte auch das Büro des Sherrifs dem Sender, man ermittle auch wegen Selbstmord.

Lundstens Vater glaubt nicht, dass sich sein Sohn das Leben genommen hat: Der Pathologe habe ihm gesagt, dass Lance an den Folgen eines angeborenen Herzfehlers starb, sagte er KSAX. Er betonte, dass bei der Autopsie keine Zeichen von Alkohol oder Drogen gefunden wurden. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es noch nicht.

Lundstens Schulkollegen sind vom Tod ihres Mitschülers schwer getroffen. Sie glauben, dass er Selbstmord begangen hat und fordern auf einer Facebook-Seite Konsequenzen für Mobbing an Schulen: „Wir sind hier, um uns für jeden einzusetzen, der Hilfe braucht. Die Lehrer beschützen uns nicht, also müssen sich die Schüler helfen“, heißt es auf der Seite. Die Jefferson High School hat keine Anti-Mobbing-Richtlinien für Schüler, die wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden, sondern nur für solche, die Probleme wegen ihrer „Rasse, Geschlecht, Religion, ethnischem Hintergrund, physischen oder mentalen Behinderungen“ haben.

Unterstützung bekommen die Schüler vom demokratischen Senator Al Franken. Er will sich für ein Gesetz einsetzen, dass homosexuelle Jugendliche besser schützt: „Schwule und lesbische Kids brauchen mehr Schutz. Sie sind zwei bis drei Mal eher Mobbing ausgesetzt als heterosexuelle Jugendliche. Neun von zehn lesbischwulen Schülern sagen, sie wurden gemobbt oder bedroht und fast zwei Drittel sagen, sie fühlen sich in der Schule nicht sicher“, erklärt Franken.

Das entsprechendes Gesetz, der „Student Non-Discrimination Act“, wird bereits seit einem Jahr in Washington verhandelt. Schulen, die Lesben und Schwule diskriminieren oder zu wenig gegen Diskriminierung unternehmen, könnten dann die Bundesmittel gestrichen werden. Allerdings ist es fraglich, ob das Gesetz auch von den Republikanern mitgetragen werden würde.