Als schwul verunglimpft: 13-jähriger Kärntner begeht Selbstmord

In Kärnten warnt eine Mutter vor den Folgen von „Cybermobbing“: Wie erst jetzt bekannt wurde, nahm sich ihr 13-jähriger Sohn im Mai 2010 das Leben, weil er im Internet als schwul bezeichnet wurde.

„An diesem Tag hatte er auf seiner Facebook-Pinwand einen Link. Dieser führte zu einer Homepage, auf der er als schwul dargestellt wurde“, erinnert sich die Mutter in einem Interview mit dem ORF Kärnten. Der Bursch war „zerstört, traurig und verzweifelt. Er hatte Angst, dass er in der Schule als homosexuell dargestellt wird. Das hat er überhaupt nicht verkraftet“, so die Mutter weiter. Wenig später nahm sich der 13-jährige aus Velden am Wörthersee das Leben.

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Erhebungen bald eingestellt: Es würde höchstens ein Fall von Ehrenbeleidigung vorliegen, begangen von Minderjährigen, so die Beamten. Trotzdem: „Ich habe unterschätzt, dass er so viel Wert darauf legt, was da über ihn geschrieben wird“, meint die Mutter.

Jetzt will die Frau vor den Gefahren von Cybermobbing warnen. „Meinen Sohn macht es nicht mehr lebendig. Aber vielleicht hilft es, Eltern wachzurütteln, damit sie schauen, was ihre Kinder im Internet machen.“ Denn Cybermobbing unter Schülern ist auch in Österreich auf dem Vormarsch – das bestätigen Schulpsychologen sowie Kinder- und Jugendanwaltschaften.

In den USA hat Cybermobbing unter anderem den Schüler Tyler Clementi in den Tod getrieben: Sein Mitbewohner hat die Webcam laufen lassen, während Clementi Sex hatte – und seinen Freunden den Link zur Übertragung geschickt. Daraufhin stürzte sich der junge Mann von einer Brücke.