FP-Abgeordneter hetzt im Landtag gegen „Schwuchteln“

Für einen Eklat im niederösterreichischen Landtag sorgte gestern FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl. In einer Rede kritisierte er die Familienpolitik der ÖVP – und nannte dabei Homosexuelle abfällig „Schwuchteln“.

Waldhäusl kritisierte, dass die ÖVP vor über einem Jahr die Eingetragene Partnerschaft mitbeschlossen habe. Dabei sagte er: „Ja, da seid ihr Euch einig wenn es um die Schwuchteln geht, aber wenn es um die Familien geht, da ist kein Geld vorhanden“.

Im Plenarsaal machte sich quer durch alle anderen Fraktionen Empörung breit – der 3. Landtagspräsident Alfredo Rosenmaier von der SPÖ forderte den FPÖ-Politiker sofort auf, sich für diese Aussage zu entschuldigen. Auch ÖVP-Klubobmann Klaus Schneeberger forderte ihn auf, das Wort „Schwuchtel“ zurückzunehmen. Waldhäusl änderte daraufhin seine Wortwahl, betonte aber, der Ausdruck sei „nicht beleidigend“ gemeint gewesen.

Für den ÖVP-Landtagsabgeordneten Jürgen Maier ist die Beschimpfung allerdings eine „neue Qualität der Niveaulosigkeit“. Der Grüne Landtagsabgeordnete Emmerich Weiderbauer fordert nun von Waldhäusl eine öffentliche Entschuldigung bei allen Lesben und Schwulen: „Derartige verbale Entgleisungen dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben“, so Weiderbauer.

Der FPÖ-Politiker winkt ab: Er werde sich nicht entschuldigen. Gegenüber dem ORF Niederösterreich verharmlost er seine Beschimpfung als „härtere Wortwahl“ in dem für ihn wichtigen Thema Familienpolitik. Und er legt nach: In einer Presseaussendung zur Familienpolitik sagt der freiheitliche Klubobmann: „Diese Ignoranz wird Rot und Schwarz auf den Kopf fallen. Einer Schwulenehe wird, auch wenn man es sich noch so wünscht, kein Kind entspringen!“