Mörder von David Kato festgenommen?

Die Polizei in Uganda hat gestern bekanntgegeben, den Mörder von David Kato festgenommen zu haben. Der Mann habe bereits gestanden, den Lesben- und Schwulenrechtsaktivist erstochen zu haben. Der Grund für das Gewaltverbrechen seien „persönliche Differenzen“ gewesen, so die Behörden.

David Kato wurde in der Vorwoche mit einem Hammer erschlagen worden und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. „Der Hauptverdächtige wurde heute gegen 16 Uhr verhaftet, als er auf dem Weg zu seiner Freundin war“, so Polizeisprecher Vincent Ssetake: „Er hat den Mord gestanden. Es war kein Raub, und er wurde nicht ermordet, weil Kato ein Aktivist war. Es geschah wegen persönlicher Differenzen, mehr kann ich dazu nicht sagen.“

Im Laufe des heutigen Tages soll der Verdächtige dem Richter vorgeführt werden. Die Polizei beschreibt ihn als „bekannten Dieb“, der bei Kato gewohnt hat, seit er am 24. Jänner für ihn die Kaution hinterlegt hat.

Lesben- und Schwulenaktivisten in Uganda glauben den Polizeiangaben allerdings nicht so ganz: Sie wollen von der Polizei einen Beweis dafür, dass Kato nicht wegen seiner sexuellen Orientierung getötet wurde. Homophobie als Motiv würde Uganda schaden und – nach der internationalen Berichterstattung über seinen Tod – könnten sogar Entwicklungshilfegelder gekürzt werden, vermuten Aktivisten die Motive der Polizei. Denn nachdem der Mord an Kato bekannt geworden ist, haben Regierungen und Bürgerrechtsgruppen Uganda für seine „Kultur des Hasses“ kritisiert.

So ist ein Gesetzesentwurf, der Homosexualität unter bestimmten Voraussetzungen unter Todesstrafe stellen würde, noch immer nicht vom Parlament abgelehnt worden. Bereits jetzt ist Homosexualität in Uganda und 36 anderen afrikanischen Ländern verboten. Lesben und Schwulen drohen dort Haft, Gewalt und der Verlust ihres Jobs.