127 Verhaftungen bei „Schwulenparty“ in Bahrain

In Bahrain sind am letzten Wochenende 127 Männer zwischen 18 und 30 Jahren festgenommen worden, weil sie eine „Schwulenparty“ gefeiert haben sollen. Das berichtet eine lokale Tageszeitung.

Die Männer haben für ein privates Fest eine Sporthalle in Hidd, einer konservativen Kleinstadt im Norden des Landes, gemietet. Als sich Nachbarn wegen des Lärms beschwerten, soll der Hallenwart die Polizei gerufen haben. Den Presseberichten zufolge kam zunächst ein Polizist in Zivil, der den Eintritt von 20 Bahrain-Dollar, etwa 40 Euro, zahlte. Als dieser Männer in Frauenkleidern feiern und Wasserpfeife rauchen sah, rief er Verstärkung, die Männer wurden verhaftet. Ihnen wird ein Verstoß gegen die Guten Sitten zur Last gelegt.

Ein Lokalpolitiker will auch gehört haben, dass es sich bei der privaten Veranstaltung um eine Hochzeitsfeier für zwei Männer gehandelt haben soll. Er forderte strengere Kontrollen, da „solche Ereignisse den guten Ruf des Landes“ schaden würden.

Homosexualität ist in Bahrain verboten, das Land gilt aber in diesem Punkt als einer der liberaleren Golfstaaten. Dem entsprechend ist das Königreich auch ein beliebter Zufluchtsort für schwule Männer aus anderen arabischen Staaten. Schwule werden vor allem wegen diffusen Verstößen gegen die Guten Sitten verfolgt, auch mehrjährige Haftstrafen sind möglich. Aus dem gleichen Grund werden seit 2009 schwul-lesbische Webseiten gesperrt.

Besonders bitter: Die meisten Verhafteten kommen nicht aus Bahrain, sondern den angrenzenden Golfstaaten. Die sind entweder extra für die Party ins Land gekommen oder arbeiteten in dem Königreich. Die Botschaften der Heimatländer seien bereits über die Umstände der Festnahme informiert worden, so die Behörden. Da in diesen Ländern Homosexualität meist streng bestraft wird, sind die Besucher der Party in ihrer Heimat in Gefahr.