„Würde gern bei Homo-Ehe für Lesben zuschauen“

Mit Anlauf ins Fettnäpfchen ist ein polnischer Abgeordneter mit seiner Meinung über gleichgeschlechtliche Ehen getreten. Im Fernsehsender TVN24 sagte Robert Wegrzyn von der rechtsliberalen „Bürgerplattform“ (PO): „Das mit den Schwulen sollten wir lieber lassen, aber bei Lesben würde ich schon gerne zuschauen“. Jetzt droht ihm der Parteiausschluss.

In Polen haben die Aussagen von Wegrzyn für Entrüstung gesorgt. Der stellvertretende Parlamentspräsident Jerzy Wenderlich vom oppositionellen „Bündnis der demokratischen Linken“ sprach von „Sexismus“ und „Voyeurismus“, und selbst ein Vertreter der rechtskonservativen und homo-feindlichen „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) bezeichnete die Aussage als „widerlich“.

Lob kam hingegen vom nationalkatholischen Publizisten Tomasz Terlikowski. Er meinte auf einer Internetseite, Wegrzyn habe „ein paar Worte Wahrheit über die Homosexualität“ gesagt. Er hatte in dem Interview nämlich auch erklärt, gleichgeschlechtliche Partnerschaften seien „eine Vergewaltigung der Natur“.

Wegrzyn selbst entschuldigte sich mittlerweile für den Scherz, nicht aber für seine Meinung. Außerdem beklagte er sich über die „Medienhetze“ gegen ihn. Sein Parteikollege, Außenminister Radoslaw Sikorski, steht ihm bei: „Auf der einen Seite schimpfen die Journalisten, wir seien zu steif, auf der anderen Seite wollen sie uns nach einem zweifelhaften Witz gleich kreuzigen“, so der Minister in einem Radiointerview.