Morddrohung gegen bekanntesten Schwulen der Türkei

Einer der bekanntesten Schwulen der Türkei bekommt nach Morddrohungen Polizeischutz: Der Modemacher Cemil İpekçi soll auf einer Todesliste der türkischen Hisbollah stehen.

Die türkische Hisbollah sorgte in den 90er Jahren durch Morde an gemäßigten Islamisten für Aufsehen. Anfang des Jahres wurden mehrere führende Mitglieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Sie hat nichts mit der gleichnamigen Organisation im Libanon zu tun.

Die Befürchtung, die Gruppe würde neue Anschläge planen, bewahrheitete sich offenbar: So sollen bei einer Polizeirazzia Bilder von İpekçi sowie Lagepläne seiner Wohnung in Istanbul gefunden worden sein.

Deshalb folgen nun drei Beamte in Zivil dem Modemacher auf Schritt und Tritt. Angst habe er aber nicht, sagte er der Zeitung „Radikal“ während eines Aufenthalts in Bodrum im Südwesten der Türkei.

Cemil İpekçi gilt als „konservativer Homosexueller“, der zwar offen schwul lebt, aber trotzdem einige Ideen der religiös-konservativen Regierung teilt. So unterstützt er unter anderem ein Ende des Kopftuchverbotes an türkischen Universitäten.