Keine Lesben in Singapurs Kinos

Für vier Oscars ist die US-Komödie „The Kids Are All Right“ nominiert – in Singapur ist sie trotzdem nur ganz knapp an einem Aufführungsverbot vorbeigeschrammt. Der Grund: Die Hauptfiguren sind ein lesbisches Paar, in dem Film geht es in der Suche nach dem Samenspender ihrer Kinder.

In den Richtlinien der Behörde heißt es: „Filme mit homosexuellen Themen und Szenen (…) dürfen nur beim Internationalen Filmfestival gezeigt werden und werden kommerziell nicht zugelassen“. Und das hätte dem Film fast ein Verbot beschert. Die Filmschaffenden in Singapur können nur den Kopf schütteln: „Das ist lächerlich“, so der Filmemacher Eric Khoo. „Ich bin schockiert, so etwas hat es noch nie gegeben.“ Und auch Lesley Ho, die ehemalige Direktorin des Internationalen Filmfestivals von Singapur, kann die Entscheidung nicht verstehen: „Ich dachte, wir wären erwachsen geworden, ich bin entgeistert.“

Letztendlich hat die Zensurbehörde des Stadtstaates den Film ab 21 Jahren freigegeben. Da es in ganz Singapur aber nur eine Kopie des Filmes gibt, ist eine Aufführung des hochgelobten Films für die Kinos trotzdem wenig attraktiv.