Berlusconi will Schwulenehen „nie gleichstellen“

Wenn es um das eigene Privatleben geht, hat Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi durchaus liberale Ansichten. Bei den Rechten von Lesben und Schwulen ist er aber sehr konservativ.

„Solange wir das Land regieren, werden Schwulenehen nie mit traditionellen Ehen gleichgestellt“, machte Berlusconi in Mailand auf einer Konferenz vor jungen Katholiken klar. Außerdem werde es, solange er Ministerpräsident sei, „niemals die Möglichkeit für schwule Singles oder Paare einer Adoption geben“.

Weiters griff Berlusconi liberale Lehrinhalte in staatlichen Schulen an – diese würden „im Gegensatz zu Familienwerten“ stehen, so der 74-jährige, der sich in Kürze für Sex mit einer minderjährigen Prostituierten vor Gericht verantworten muss.

Scharfe Kritik an diesen Aussagen kam von Lesben- und Schwulenverbänden und der Opposition. Sie riefen Katholiken auf, „ihre Augen zu öffnen und den echten Berlusconi“ zu sehen. Die Anführerin der Demokratischen Partei im Senat und ehemalige Gleichstellungsministerin Anna Finocchiaro meinte, der Ministerpräsident sei „ein Schauspieler, nahe dem Ende seiner Karriere“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Berlusconi Witze auf Kosten von Lesben und Schwulen macht. Letztes Jahr versuchte er, von seinen Sex-Affären abzulenken, in dem er sagte, es sei besser, auf junge Mädchen zu stehen als schwul zu sein.