Kroatische Religionslehrerin wegen Homophobie vor Gericht

In Kroatien hat heute ein Aufsehen erregender Prozess begonnen: Weil eine Religionslehrerin vor einer Klasse der 8. Schulstufe Homosexualität als Krankheit bezeichnet haben soll, muss sie sich ab heute vor dem Landesgericht in Zagreb verantworten.

Der lesbische Verein „Kontra“ hatte Privatklage eingebracht. Es ist das erste Mal, dass ein solcher Fall nach dem kroatischen Antidiskriminierungsgesetz vor Gericht landet. Ein Versuch, die Religionslehrerin vor Gericht zu bringen, ist bereits gescheitert. Eine Klage vor dem Bezirksgericht wurde im letzten Jahr abgewiesen.

Die Lehrerin selbst bestreitet alle Vorwürfe. Sie behauptet, sich nicht homophob geäußert zu haben, sondern sich nur an den Lehrplan gehalten zu haben. Dort stehe nichts derartiges. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Für konservative katholische Gruppen ist der Prozess ein gefundenes Fressen: So haben etwa hundert Aktivisten vor dem Gericht demonstriert. Dabei trugen sie Schilder, auf denen zum Beispiel „Stopp die Christen-Phobie“ stand. An kroatischen Schulen gibt es erst seit etwa zwanzig Jahren Religionsunterricht.