[Video] Spanische Journalistin stellt Ahmadinejad unangenehme Fragen

Ganz schön ins Schwitzen dürfte eine spanische Journalistin den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad gebracht haben – auch mit ihren kritischen Fragen über Todesurteile für Homosexuelle im Iran.

Ana Pastor hat Ahmadinejad für den staatlichen spanischen Sender TVE im Präsidentenpalast von Teheran interviewt. Unter anderem fragte sie den Präsidenten, was er darüber dachte, dass das demokratisch gewählte Europäische Parlament die Hinrichtungen von Homosexuellen und Steinigung von Ehefrauen kritisiert hat. Daraufhin wurde der iranische Präsident ungehalten: „Wer hat den Europäern erlaubt, sich in interne Angelegenheiten einzumischen?“, fuhr er Pastor an.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Ahmadinejad persönlich abfällig über Lesben und Schwule äußert. Nach dem gefälschten Sieg der Parlamentswahlen im Mai 2009 sagte er bei einer Siegesfeier, im Iran gebe es „eine echte Demokratie“, während die Politiker im Ausland „Homosexuelle und anderen Bodensatz umbuhlen, um ein paar Prozent mehr Stimmen zu bekommen“.

Im Iran werden Schwule immer wieder hingerichtet. Oft sind sie nicht älter als 18 oder 19 Jahre. Dabei werden sie oft als Kinderschänder bezeichnet, um die internationalen Proteste klein zu halten. Dafür gibt es aber oft keine Beweise, die internationalen Standards stand halten würden – oft ziehen die mutmaßlichen Opfer ihre Aussage auch vor Gericht zurück.

Doch auch in einem anderen Punkt bewies Ana Pastor Mut: Sie ist die erste Journalistin, die den iranischen Präsidenten ohne das vorgeschriebene Kopftuch interviewte – und merkte es nicht einmal. „Das war keine Absicht“, schrieb Pastor in ihrem Blog. Sie habe nicht bemerkt, dass ihr das Tuch vom Kopf gerutscht sei, weil sie sich ganz auf das Interview konzentriert hatte.