Liechtenstein beschließt Eingetragene Partnerschaft

Schwule und lesbische Paare können künftig auch in Liechtenstein eine Eingetragene Partnerschaft eingehen. Der Landtag des Fürstentums hat gestern ohne Gegenstimmung deren Einführung beschlossen.

Und die Eingetragene Partnerschaft kommt sogar schneller als erwartet: Während zunächst der 1. Jänner 2012 als Termin für die Einführung vorgesehen war, befürwortete eine Mehrheit den Antrag, dies auf 1. September dieses Jahres vorzuziehen.

Die Eingetragene Partnerschaft in Liechtenstein gibt schwulen und lesbischen Paaren in vielen Punkten die gleichen Rechte wie Ehepaaren. So werden sie beispielsweise im Erbrecht, im Sozialversicherungsrecht, bei Firmenpensionen, im Ausländer- und Einbürgerungsrecht oder im Steuerrecht gleichgestellt. Wie in Österreich bleiben gleichgeschlechtlichen Paaren aber auch in Liechtenstein der Zugang zu Adoption und künstlicher Befruchtung verwehrt.

Katholisch-konservative Kreise in dem kleinen Fürstentum haben sich vehement mit Leserbriefen, Streitgespräche und Gastkommentaren gegen die Einführung der Eingetragenen Partnerschaft gewehrt. Wortführer der Konservativen war der römisch-katholische Erzbischof von Vaduz, Wolfgang Haas. Er machte bereits vor drei Jahren klar, dass für ihn „praktizierte Homosexualität“ eine schwere Sünde sei, „deren rechtliche Anerkennung geradezu einen Skandal darstellen würde“.

Theoretisch könnten sie das Gesetz auch noch mit einer Volksabstimmung kippen. Ob sie diesen Schritt machen werden, ist noch unklar. Anlässlich der Heftigkeit des Streits kann es aber nicht ausgeschlossen werden.

Links zum Thema

  • homoehe.GGG.at: Alle Informationen zur Eingetragenen Partnerschaft in Österreich