32 Chinesinnen wegen schwuler Kurzgeschichten verhaftet

In China sind 32 Frauen verhaftet worden, weil sie erotische Kurzgeschichten für eine schwule Website geschrieben haben.

Wie die Online-Zeitung „ShanghaiDaily.com“ berichtet, wurden die Frauen in Zhengzhou, der Provinz Henan, wegen der Verbreitung von obszönem Material festgenommen. Eine der Verhafteten soll erst 17 Jahre alt sein.

Nach Angaben der Polizei gab es auf der Seite, die inzwischen abgeschaltet wurde, 80.000 erotische Geschichten, die von 600.000 registrierten Mitgliedern gelesen wurden. Rund 1.500 der Geschichten enthielten auch pornografische Beschreibungen. Das ist in China verboten.

Wie der Betreiber bestätigt, wurden die meisten Geschichten von jungen Frauen in Städten wie Shanghai, Guangzhou and Chongqing geschrieben. Dafür bekamen sie umgerechnet bis zu 10 Euro pro Geschichte. Eine der Verhafteten erklärte, sie schreibe die schwulen Erotik-Geschichten aus „Neugier“.

Das Verhältnis der Volksrepublik China zu Homosexualität ist gespannt: Bis 1997 war sie als „Rowdytum“ verboten, bis zum Jahr 2001 galt sie im Reich der Mitte noch als geistige Krankheit. Noch heute ist Homosexualität ein Tabu. Öffentliche Veranstaltungen wie eine Lesben- und Schwulenparade oder die Wahl zum „Mr. Gay“ werden oft in letzter Minute verboten. Im September 2010 verhaftete die Polizei außerdem 80 schwule Cruiser in der Nähe von Peking. Bevor sie freigelassen wurden, wurden erkennungsdienstlich erfasst, ein Zeuge berichtet auch, dass sie eine Blutprobe abgeben mussten.