Kommt Referendum gegen Eingetragene Partnerschaft in Liechtenstein?

Die Einführung Eingetragener Partnerschaften für Lesben und Schwule in Liechtenstein dürfte doch nicht so reibungslos gehen wie gehofft: Nachdem der Landtag in Vaduz das Gesetz ohne Gegenstimme beschlossen hat, will es jetzt eine private Gruppe mit einer Volksabstimmung stoppen.

Dabei gibt die Gruppe „Vox Populi“ unter der Führung von Johannes Schraner vor, das Referendum richte sich „weder gegen einzelne Personen noch gegen Personengruppen“. Doch zwei Absätze zuvor schießt sich die Gruppe auf das einstimmige Votum des Parlaments ein: „Bei diesem Resultat von ‚Volksvertretung‘ zu sprechen, spottet jeglicher Beschreibung: Wer den tatsächlichen Puls des Volkes fühlt, der wird feststellen, dass es zu dieser Vorlage eine Vielzahl kritischer Stimmen und ablehnender Kräfte gibt – welche von den ‚Volksvertretern‘ in der gesamten Diskussion schlicht ausgeblendet wurden.“

Doch diese „kritischen Stimmen“ und „ablehnenden Kräfte“ kommen ausschließlich aus dem konservativ-katholischen Lager. So hat der Erzbischof von Vaduz, Wolfgang Haas, Homosexualität als „schwere Sünde“ bezeichnet, deren Anerkennung durch eine Eingetragene Partnerschaft einen „Skandal“ darstellen würde. Auch Generalvikar Markus Walser ist bei seiner Wortwahl gegenüber Lesben und Schwulen nicht zimperlich. Er hat Homosexualität kürzlich als „schwere Abirrung“ bezeichnet.

Damit das Liechtensteiner Volk die Entscheidung Eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule trifft, muss die Gruppe um Schraner mindesten 1000 Unterschriften sammeln. Schafft das „Vox populi“ nicht, tritt das Partnerschaftsgesetz in Liechtenstein wie geplant am 1. September 2011 in Kraft.